Netzmanagement mit HP OpenView
(Hauptquelle dieser Übersicht -[Kauffels 92])
Hewlett Packard OpenView stellt eine integrierte
Netz- und Systemmanagementarchitektur dar. Es wird dabei ein
offenes, modulares und verteiltes Netzmanagementkonzept verfolgt.
Als HP 1988 auf der Basis des Betriebssystemes DOS
eine graphische Benutzerschnittstelle (Open View Windows) vorstellte, kam
dies mitten in den Streit zwischen IBM und AT&T, die jeweils eine hostorientierte
Netzmanagementstrategie anboten.
Das Ziel der OpenView-Strategie war dabei, daß
andere Hersteller Netzmanagementmodule schreiben und mittels einer
veröffentlichten Programmierschnittstelle in die OpenView-Umgebung
eingliedern.
Die notwendige Akzeptanz stellte sich jedoch erst
mit der 1990 vorgestellten wesentlich erweiterten und leistungsfähigeren
UNIX-Version ein.
Heute ist HP OpenView die wohl bekannteste und verbreitetste
integrierte Multivendor-Netzmanagementplattform.
Indem diese Plattform sowohl für UNIX als auch
im verstärkten Maße für Windows NT angeboten wird und außer
auf HP-Geräten auch auf Sun SPARC, IBM RS/6000, Hitachi, Data
General AViON und PCs läuft, ist die weitere Integration von Programmmodulen
anderer Hersteller und eine damit verbundene beschleunigte Verbreitung
zu erwarten.
Außer dieser geräte- und betriebssystemübergreifenden
Realisierung legt man sich auch nicht auf einen speziellen Protokollstack
zum Datenaustausch (Managementstation und zu verwaltende Komponenten; Managementstationen
untereinander) fest. Darin wird die Offenheit der Plattform deutlich.
Mit der weitgehenden Aufnahme von OpenView-Produkten
in die von der Open Software Foundation (OSF) ausgearbeiteten Managementstrategie
verteilter Systeme, genannt Distributed Management Environment (DME), wird
das gesetzte Ziel der Verteilbarkeit unterstrichen.
Die UNIX-Version hat folgende vier Hauptkomponenten:
Die Darstellungsdienste beinhalten die OpenView
Windows-Anwendung und die OSF Motif Window-Benutzerschnittstelle für
andere Managementanwendungen.
Das Datenmanagement umfaßt:
Der Datenbankmanagementdienst ermöglicht den
Anwendungen auf die Daten der Management Information Base (MIB), die als
Datenbank in einem OpenView-eigenen Format vorliegt, zuzugreifen.
Der Ereignisverwaltungsdienst frischt durch periodisches
Abfragen der Datenbankwerte von den Netzkomponenten (managed objects) diese
MIB-Datenbank auf. Welche Werte in welchen Abständen abgefragt werden
ist oftmals frei einstellbar (Netz- und Komponentenlast !). Zusätzlich
werden durch den Dienst Logfiles unterhalten, in denen eintreffende Meldungen
(trap/notification) über Netzereignisse mitprotokolliert werden (Wann
aufgetreten; Woher gemeldet; Was ist passiert).
Als Kommunikationsprotokolle sind SNMPv1/v2 und
CMIP implentiert, die wie folgt auf vorhandene Transportmechanismen aufsetzen
können:
Infolge des offenen Konzeptes sind auch andere Protokolle einsetzbar, wie
dies z.B. in der Windows NT - Version mit dem "IPX" als Transportprotokoll
geschieht.
Die verteilte Kommunikationsinfrastruktur (Distributed Communications Infrastructure
/ DCI) bietet Schnittstellen (APIs), durch die Anwendungsprogramme die
drei anderen Strukturkomponenten nutzen können. Nachfolgendes
Bild zeigt die allgemeine Struktur von HP OpenView-Applikationen.

Netzmanagementanwendungen nutzen demzufolge zur Darstellung die
Schnittstelle "OpenView Windows" und zum Datenaustausch (auch
innerhalb verteilter Anwendungen) die gegebene Kommunikationsinfrastruktur
(hier das Beispiel SNMP).
Das OpenView Windows - Programmiermodell setzt eine ereignisgesteuerte
Programmierung voraus. Alle Programme besitzen danach eine Warteschlange,
die auf Ereignisse wartet und beim Eintreffen entsprechend verarbeitet.
Damit geht man auf das asynchrone Prinzip der SNMP-Kommunikation ein.
Dieses integrierte Netzmanagementprogramm bietet die Möglichkeit
der Konfiguration, der Fehlersuche und der Überwachung eines oder
meherer TCP/IP- bzw. IPX/SPX-basierender Netze. Dabei werden mittels
SNMP die Daten der jeweils für die vorhandenen Netzkomponenten aktiven
MIB abgefragt bzw. gesetzt, sowie Ereignisse im Netz mittels SNMP-trap
bzw. SNMP-notification der Managementanwendung mitgeteilt. Zusätzlich
wird mittels dem IP- und ICMP- Protokoll die automatische Erkennung der
Netzstruktur und die periodische Überprüfung der Verbindung
zu den Netzkomponenten durchgeführt.
Um einen Eindruck vom Erscheinungsbild und den im Menü gebotenen Funktionen
zu erhalten, bietet sich die Demonstration
des Network Node Manager an.
Nachfolgend sind einige Netzmanagement-relevante Verweise zu Hewlett
Packard aufgefuehrt: